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„Elektrische Saftpresse“ klingt nach einem einzigen Gerät, meint aber vier grundverschiedene Bauarten. Zwischen einer Zitruspresse für 30 Euro und einer Kaltpresse für 500 Euro liegen Welten, und das teurere Gerät ist nicht automatisch das richtige für dich.
Ich presse seit Jahren fast jeden Morgen Saft und habe in dieser Zeit alle vier Bauarten ausprobiert. Hier sortiere ich dir, welche Presse zu welchem Obst passt, worauf es beim Kauf wirklich ankommt und warum die Wattzahl dabei so gut wie nichts aussagt.

Das Wichtigste in Kürze
Auf einen Blick
- Zitruspresse: 20 bis 80 Euro, nur für Zitrusfrüchte, in 2 Minuten gereinigt
- Zentrifugalentsafter: 60 bis 200 Euro, schnell, aber lauter und mit mehr Schaum im Glas
- Slow Juicer: 200 bis 700 Euro, presst kalt und leise, höchste Ausbeute im Haushalt
- Die Wattzahl sagt nichts über die Qualität. Ein Slow Juicer kommt mit 100 bis 200 Watt aus, eine Zentrifuge braucht 400 Watt und mehr, weil sie viel schneller dreht
- Mein Gerät: Hurom H70-ST, ein Slow Juicer mit 150 Watt und 60 Umdrehungen pro Minute
Was ist eine elektrische Saftpresse?
Der Begriff beschreibt jedes motorbetriebene Gerät, das aus Obst oder Gemüse Saft gewinnt. Die Technologie dahinter unterscheidet sich allerdings deutlich, und genau daran hängt, was du damit pressen kannst.
Eine Zitruspresse drückt die halbierte Frucht auf einen rotierenden Presskegel, mehr passiert dort nicht. Ein Zentrifugalentsafter reibt die Zutaten an einer schnell drehenden Scheibe auf und schleudert den Saft nach außen durch ein Sieb. Ein Slow Juicer quetscht das Obst mit einer langsam drehenden Pressschnecke gegen ein Sieb, das nennt sich Kaltpressung. Und eine Hydraulikpresse presst zerkleinertes Obst in einem Tuch mit mehreren Tonnen Druck aus, das ist die Technik hinter dem teuren Saft in der Glasflasche.

Manuell oder elektrisch: der direkte Vergleich
| Bauart | Wofür geeignet | Technik | Preis | Reinigung |
|---|---|---|---|---|
| Elektrische Zitruspresse | nur Zitrusfrüchte, Granatapfel | Presskegel, 25 bis 100 W | 20 bis 80 € | 2 Teile, sehr schnell |
| Zentrifugalentsafter | Obst, hartes Gemüse | Reibsieb, mehrere tausend U/min | 60 bis 200 € | Sieb ist aufwendig |
| Slow Juicer / Kaltpresse | Obst, Gemüse, Blattgrün, Kräuter | Pressschnecke, 37 bis 90 U/min | 200 bis 700 € | rund 2 bis 3 Minuten |
| Hydraulikpresse | große Mengen, Gastronomie | Pressdruck im Tuch | ab 1.500 € | aufwendig |
Eine Handpresse hat trotzdem ihre Berechtigung: Für eine Zitrone im Salatdressing lohnt sich kein Gerät, das du danach spülen musst. Sobald es aber um mehr als zwei Früchte oder um Gemüse geht, gewinnt die elektrische Presse deutlich.
Zitruspressen: für Orangen, Zitronen und Granatapfel
Wenn du morgens ein Glas Orangensaft willst und sonst nichts, ist die elektrische Zitruspresse die vernünftigste Wahl. Sie kostet wenig, braucht kaum Platz und ist in zwei Minuten wieder sauber. Achte auf einen Presskegel, der die Drehrichtung wechselt, das holt mehr aus der Frucht, und auf ein Sieb mit einstellbarem Fruchtfleischanteil. Modelle mit Hebelarm schaffen auch Granatäpfel.
Der Nachteil liegt auf der Hand: Äpfel, Karotten, Sellerie oder Ingwer bekommst du damit nicht ins Glas. Damit fällt genau der Teil weg, der ernährungsphysiologisch interessant ist, nämlich das Gemüse.
Für Äpfel und Gemüse brauchst du einen Slow Juicer
Sobald festes Obst und Gemüse ins Spiel kommen, brauchst du ein Gerät mit Sieb und Presswerk. Hier stehen sich Zentrifuge und Kaltpresse gegenüber. Die Zentrifuge ist schneller und günstiger, arbeitet aber mit hoher Drehzahl. Dabei kommt viel Luft in den Saft, es entsteht Schaum, und der Saft trennt sich im Glas schneller. Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl schafft sie kaum, weil es keine feste Struktur hat, an der sich das Reibsieb abarbeiten kann.
Der Slow Juicer presst langsam und kalt. Das dauert etwas länger, dafür ist der Trester trockener, es entsteht kaum Schaum und auch Sellerie, Grünkohl oder Petersilie landen im Glas. Den ausführlichen Vergleich habe ich hier aufgeschrieben: Slow Juicer oder Zentrifugalentsafter.
Wie viel Watt braucht eine elektrische Saftpresse?
Diese Frage wird oft gestellt, führt aber in die Irre. Watt beschreibt die Leistungsaufnahme, nicht die Presskraft. Ein Slow Juicer kommt mit 100 bis 200 Watt aus, weil er langsam und mit hohem Drehmoment arbeitet. Mein Hurom H70-ST hat 150 Watt und presst damit problemlos Staudensellerie. Eine Zentrifuge braucht 400 Watt und mehr, weil sie das Sieb auf mehrere tausend Umdrehungen bringen muss.
Aussagekräftiger sind drei andere Zahlen: die Umdrehungen pro Minute, die Garantiezeit auf den Motor und wie trocken der Trester herauskommt. Letzteres siehst du in jedem Testvideo sofort.
Edelstahl, Design und Stellfläche
Ein Punkt, den ich beim ersten Kauf unterschätzt habe: die Höhe. Vertikale Slow Juicer sind gut 44 Zentimeter hoch und passen damit bei vielen Küchen nicht unter den Hängeschrank. Das Gerät steht also dauerhaft sichtbar auf der Arbeitsplatte, oder du hebst es jedes Mal heraus. Und ein Gerät, das im Schrank steht, benutzt du nicht.
Voll aus Edelstahl ist übrigens kaum ein Haushaltsgerät. Pressschnecke und Kammer bestehen bei guten Modellen aus Ultem und Tritan, zwei sehr harten BPA-freien Kunststoffen. Edelstahl findest du meist am Gehäuse und am Sieb. Farben wie Titangrau oder Mattschwarz sind eher eine Frage des Geschmacks, sie ändern an der Leistung nichts.
Meine Empfehlung: der Hurom H70-ST
Ich nutze den Hurom H70-ST, einen Slow Juicer der Pure-Press-Linie. Er presst mit 60 Umdrehungen pro Minute, hat 150 Watt und ist in rund zwei Minuten gereinigt, wenn ich das direkt nach dem Entsaften mache. Das Eissieb für Sorbet liegt bei.
| Technik | Slow Juicer, Kaltpresse mit 60 U/min |
| Leistung | 150 Watt |
| Garantie | 15 Jahre auf Motor und Teile |
| Gewicht | 5,5 kg |
| Maße | 17,4 × 21,6 × 44,1 cm |
| Preis | 499 Euro (UVP) |
Wenn dir das zu viel ist: Der Hurom H310A für 349 Euro macht dasselbe eine Nummer kleiner, kommt aber bei sehr faserigem Gemüse an seine Grenzen. Alle Modelle mit Preisen und Daten habe ich im Überblick zu den Hurom Entsaftern zusammengestellt.
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Bedienung und Reinigung im Alltag
- Obst und Gemüse waschen und so weit zerkleinern, dass es in den Trichter passt.
- Weiche und harte Zutaten abwechselnd einfüllen, dann arbeitet das Gerät gleichmäßiger.
- Blattgemüse zu einem Röllchen drehen und zwischen harte Stücke schieben.
- Direkt nach dem Entsaften einen halben Liter Wasser durchlaufen lassen.
- Teile abnehmen, abspülen, Sieb ausbürsten. Nichts antrocknen lassen.
Die ausführliche Anleitung steht im Beitrag Entsafter reinigen in unter 2 Minuten. Und wenn du gerade erst anfängst, hilft dir Entsaften für Anfänger weiter.
Häufige Fragen
Welche ist die beste elektrische Saftpresse?
Das hängt davon ab, was du pressen willst. Für reinen Zitrussaft ist eine elektrische Zitruspresse für 30 bis 80 Euro die beste Wahl. Sobald Äpfel, Karotten oder Blattgemüse dazukommen, brauchst du einen Slow Juicer. Ich nutze den Hurom H70-ST und komme damit seit Jahren durch alle Zutaten, die ich entsafte.
Wie viel Watt sollte eine Saftpresse haben?
Die Wattzahl ist kein Qualitätsmerkmal. Slow Juicer arbeiten mit 100 bis 200 Watt, weil sie langsam mit hohem Drehmoment pressen. Zentrifugalentsafter brauchen 400 bis 1.000 Watt für ihre hohe Drehzahl, elektrische Zitruspressen kommen mit 25 bis 100 Watt aus. Aussagekräftiger sind Umdrehungszahl, Garantiezeit und wie trocken der Trester herauskommt.
Was kostet eine elektrische Saftpresse?
Elektrische Zitruspressen gibt es ab etwa 20 Euro, gute Modelle liegen bei 50 bis 80 Euro. Zentrifugalentsafter kosten 60 bis 200 Euro. Slow Juicer beginnen bei rund 200 Euro, die aktuellen Hurom-Modelle liegen zwischen 329 und 699 Euro. Gewerbliche Hydraulikpressen fangen bei etwa 1.500 Euro an.
Kann man mit einer Zitruspresse auch Äpfel entsaften?
Nein. Eine Zitruspresse arbeitet mit einem Presskegel, der in die halbierte Frucht gedreht wird. Das funktioniert nur bei Zitrusfrüchten mit weichem Fruchtfleisch in Segmenten. Für Äpfel, Karotten oder Rote Beete brauchst du einen Entsafter mit Sieb, also eine Zentrifuge oder einen Slow Juicer.
Quellen
- Hurom Europe, Produktseiten und Garantiebedingungen (technische Daten und Preise, abgerufen am 30. August 2026)
- Eigene Nutzung von Zitruspresse, Zentrifugalentsafter und den Slow Juicern H310A und H70-ST
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