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Quitten sind die unbequemsten Früchte des Herbstes. Steinhart, pelzig und roh ungenießbar. Genau deshalb steht hier zuerst die unangenehme Wahrheit: Für rohe Quitten ist ein Slow Juicer das falsche Gerät.

Es gibt trotzdem zwei Wege zu einem Quittengelee, das nach Herbst schmeckt, und einen davon kannst du mit deinem Entsafter gehen. Beide stehen hier, mit Mengen und Zeiten.

Quittengelee mit dem Entsafter: So klappt es wirklich

Das Wichtigste in Kürze

Quittengelee mit dem EntsafterRohe Quitten sind für Slow Juicer und Zentrifugalentsafter zu hart, sie belasten Pressschnecke und Motor. Der klassische Weg führt über den Dampfentsafter oder über das Auskochen mit anschließendem Abtropfen im Tuch. Wenn du deinen Entsafter nutzen willst, koche die Quitten vorher weich und presse sie dann. Aus einem Kilo Quitten bekommst du rund 600 bis 700 Milliliter Saft, daraus werden mit Gelierzucker 2:1 etwa vier kleine Gläser Gelee.

Auf einen Blick

  • Saison: Oktober und November, danach wird es schwierig
  • Ausbeute: 1 kg Quitten ergeben etwa 600 bis 700 ml Saft
  • Gelierzucker 2:1: auf 1 Liter Saft kommen 500 Gramm
  • Nicht schälen: Schale und Kerngehäuse enthalten das meiste Pektin und Aroma, sie werden mitgekocht
  • Flaum abreiben: Der pelzige Belag muss weg, er schmeckt bitter
  • Wichtig: keine rohen Quitten in den Slow Juicer

Warum rohe Quitten nicht in den Entsafter gehören

Eine rohe Quitte ist härter als eine Karotte und deutlich härter als ein Apfel. Ein Slow Juicer presst mit hohem Drehmoment und wenig Umdrehungen, das schafft er kurzzeitig, aber die Pressschnecke arbeitet dabei am Limit, und das Gerät kann blockieren. Bei Zentrifugalentsaftern ist die Belastung für das Reibsieb ähnlich hoch. Dazu kommt: Der Saft der rohen Quitte ist herb und gerbstoffreich, das Aroma entsteht erst beim Erhitzen.

Es gibt also einen guten Grund, warum Quittengelee traditionell über den Dampfentsafter oder den Kochtopf gemacht wird. Beides bringt Hitze ins Spiel, und genau die brauchst du hier.

Quittengelee mit dem Entsafter: So klappt es wirklich

Weg 1: Quitten auskochen und abtropfen lassen

  1. 1 kg Quitten mit einem rauen Tuch abreiben, bis der Flaum weg ist, dann waschen.
  2. Die Früchte grob würfeln, mit Schale und Kerngehäuse. Nur Stiel und Blüte entfernen.
  3. In einen Topf geben, mit Wasser knapp bedecken (rund 700 ml) und 30 bis 40 Minuten weich kochen.
  4. Ein Tuch in ein Sieb legen, die Masse hineingeben und über Nacht abtropfen lassen. Nicht ausdrücken, sonst wird das Gelee trüb.
  5. Am nächsten Tag hast du rund 600 bis 700 Milliliter klaren Quittensaft.

Weg 2: Quitten weich kochen und dann entsaften

Wenn du deinen Slow Juicer einsetzen willst, geht das so: Quitten wie oben vorbereiten, würfeln und rund 20 Minuten in wenig Wasser weich dünsten, bis sie sich mit der Gabel eindrücken lassen. Dann abkühlen lassen und stückweise durch den Entsafter geben. Der Trester bleibt sehr trocken, die Ausbeute liegt etwas über der Tuchmethode, dafür wird das Gelee minimal trüber.

Ein Dampfentsafter macht beides in einem Schritt, wenn du jedes Jahr größere Mengen verarbeitest, ist das die bequemste Lösung.

Das Grundrezept: klassisches Quittengelee

  • 1 Liter Quittensaft (aus rund 1,5 kg Quitten)
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • Saft einer halben Zitrone
  • optional: 1 Vanilleschote oder ein daumengroßes Stück Ingwer
  1. Saft und Gelierzucker im Topf verrühren und unter Rühren aufkochen.
  2. Vier Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei den Schaum abschöpfen.
  3. Zitronensaft dazugeben. Gelierprobe machen: Einen Teelöffel auf einen kalten Teller geben, wird die Masse fest, ist das Gelee fertig.
  4. Sofort randvoll in sterilisierte Gläser füllen, verschließen und abkühlen lassen.

Ergibt etwa sechs bis sieben Gläser à 200 Milliliter. Ungeöffnet hält das Gelee kühl und dunkel gelagert mindestens ein Jahr, geöffnet gehört es in den Kühlschrank und ist dort einige Wochen haltbar.

Drei Varianten, die sich lohnen

  • Quitte und Vanille: eine aufgeschnittene Schote mitkochen, vor dem Abfüllen entfernen. Passt zu Käse.
  • Quitte und Ingwer: ein Stück Ingwer im Saft mitkochen, gibt eine feine Schärfe.
  • Quitte und Apfel: die Hälfte des Safts durch Apfelsaft ersetzen, das mildert die Herbe und streckt die Menge.

Was du mit dem Rest anfängst

Die gekochte Fruchtmasse aus dem Tuch ist zu schade zum Wegwerfen. Durch ein Sieb gestrichen und mit Zucker eingekocht wird daraus Quittenbrot, die feste Süßigkeit, die man in dünne Scheiben schneidet. Und wenn du frisch entsaftest, findest du weitere Ideen für den Presskuchen unter Entsafter-Reste verwerten.

Mein Gerät

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Häufige Fragen

Kann man Quitten im Slow Juicer entsaften?

Roh besser nicht. Quitten sind sehr hart und belasten Pressschnecke und Motor stark, außerdem ist der rohe Saft herb. Koche die gewürfelten Quitten vorher rund 20 Minuten weich, danach lassen sie sich problemlos entsaften. Der klassische Weg führt über Dampfentsafter oder Auskochen mit Abtropfen im Tuch.

Muss man Quitten für Gelee schälen?

Nein, im Gegenteil. In Schale und Kerngehäuse steckt das meiste Pektin, das für die Gelierfähigkeit sorgt, und ein großer Teil des Aromas. Du entfernst nur Stiel und Blütenansatz und reibst vorher den pelzigen Flaum mit einem rauen Tuch ab, denn der schmeckt bitter.

Wie viel Saft ergeben 1 kg Quitten?

Rund 600 bis 700 Milliliter, je nach Methode und Reifegrad der Früchte. Für einen Liter Saft rechnest du also mit etwa 1,5 Kilo Quitten. Daraus werden mit 500 Gramm Gelierzucker 2:1 etwa sechs bis sieben Gläser à 200 Milliliter.

Warum wird mein Quittengelee trüb?

Meistens, weil die Fruchtmasse im Tuch ausgedrückt wurde. Für ein klares Gelee lässt du den Saft über Nacht von allein durchlaufen. Auch zu langes Kochen oder nicht abgeschöpfter Schaum machen das Gelee trüb. Geschmacklich ändert sich dadurch übrigens nichts.

Quellen

  • Dosierung nach Herstellerangabe für Gelierzucker 2:1 (500 g auf 1 Liter Saft, 4 Minuten sprudelnd kochen)
  • Eigene Küchenpraxis, Quittensaison 2025
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