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Du willst Selleriesaft ausprobieren, hast aber keinen Entsafter und möchtest auch nicht erst einen kaufen, nur um zu sehen, ob dir das überhaupt schmeckt. Verständlich. Es geht auch ohne, mit Dingen, die in fast jeder Küche stehen.
Ich zeige dir drei Wege, wie viel Saft dabei jeweils herauskommt und ab wann sich ein Gerät tatsächlich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze
Auf einen Blick
- Standmixer plus Tuch: rund 200 bis 250 ml Saft aus einer Staude, etwa 10 Minuten Arbeit
- Reibe plus Tuch: funktioniert, dauert aber deutlich länger
- Pürierstab: geht auch, das Ergebnis wird gröber und muss länger ausgedrückt werden
- Zum Vergleich Slow Juicer: 250 bis 300 ml aus derselben Staude, in unter 5 Minuten
- Wichtig: Ohne Tuch entsteht kein Saft, sondern ein sehr faseriger Smoothie
Methode 1: Standmixer und Passiertuch
- Eine Staude Staudensellerie (rund 500 g) waschen, das Wurzelende abschneiden und die Stangen in etwa drei Zentimeter lange Stücke schneiden.
- Die Stücke in den Mixer geben, dazu 100 Milliliter kaltes Wasser, damit die Klingen greifen können.
- Eine bis zwei Minuten auf höchster Stufe mixen, bis eine gleichmäßige, grüne Masse entsteht.
- Ein sauberes Geschirrtuch oder einen Nussmilchbeutel über eine Schüssel legen und die Masse hineingeben.
- Das Tuch oben zusammendrehen und kräftig auspressen, bis nichts mehr kommt. Das ist der Teil, der Kraft kostet.
- Den Saft umrühren und direkt trinken. Ein Spritzer Zitrone nimmt die erdige Note.
Der Trester im Tuch ist übrigens zu schade zum Wegwerfen. Er passt gut in eine Gemüsebrühe, in Bratlinge oder in einen herzhaften Muffinteig.

Methode 2: Reibe und Tuch
Wenn du keinen Mixer hast, geht es mit einer feinen Küchenreibe. Die Selleriestangen über einer Schüssel fein reiben, die Masse anschließend genauso durch ein Tuch drücken. Das Ergebnis ist gut, der Aufwand aber deutlich höher: Für eine Staude reibst du gut zehn Minuten, und die Fasern setzen sich schnell in der Reibe fest. Für den einmaligen Versuch in Ordnung, für die Dauer nicht.
Methode 3: Pürierstab
Der Pürierstab liegt dazwischen. Sellerie klein schneiden, in ein hohes Gefäß geben, etwas Wasser dazu und pürieren. Weil ein Pürierstab weniger Kraft hat als ein Standmixer, bleibt die Masse gröber, und du musst beim Auspressen mehr Geduld haben. Die Ausbeute liegt dabei etwas niedriger.
Was du beim Auspressen beachten solltest
- Das Tuch muss fein sein. Ein normales Sieb reicht nicht, die Fasern rutschen durch. Nussmilchbeutel, Passiertuch oder ein sauberes, dünnes Geschirrtuch funktionieren.
- Kalt arbeiten. Gekühlter Sellerie und kaltes Wasser halten den Saft frisch, warm gemixter Saft schmeckt schnell dumpf.
- Sofort trinken. Ohne Kaltpresse oxidiert der Saft schneller, er hält sich nur wenige Stunden im Kühlschrank.
- Nicht zu viel Wasser. 100 Milliliter reichen, sonst verdünnst du den Saft unnötig.
Ab wann lohnt sich ein Entsafter?
Meine ehrliche Einschätzung nach Jahren mit beidem: Wenn du ein- oder zweimal im Monat Selleriesaft trinken willst, brauchst du kein Gerät, dann reicht Mixer plus Tuch. Wenn du es mehrmals pro Woche machst, ändert sich die Rechnung. Der Unterschied liegt weniger in der Ausbeute als in der Zeit und in der Spüle: Mixer plus Tuch dauert rund zehn Minuten und macht ordentlich Arbeit, mein Slow Juicer ist in fünf Minuten inklusive Reinigung fertig.
Dazu kommt die Haltbarkeit. Kalt gepresster Saft hält rund drei Tage im Kühlschrank, der gemixte und ausgepresste nicht. Wer für mehrere Tage vorbereiten will, kommt am Gerät kaum vorbei.
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Häufige Fragen
Kann man Selleriesaft im Mixer machen?
Ja. Du schneidest den Staudensellerie klein, mixt ihn mit etwa 100 Millilitern Wasser fein und drückst die Masse durch ein Passiertuch oder einen Nussmilchbeutel aus. Ohne diesen letzten Schritt bekommst du keinen Saft, sondern einen faserigen Smoothie.
Wie viel Saft ergibt eine Staude Sellerie ohne Entsafter?
Aus rund 500 Gramm Staudensellerie bekommst du mit Mixer und Tuch etwa 200 bis 250 Milliliter Saft. Mit einem Slow Juicer sind es 250 bis 300 Milliliter aus derselben Menge, der Unterschied ist also kleiner als oft angenommen.
Wie lange hält selbst gemixter Selleriesaft?
Nur wenige Stunden. Beim Mixen kommt viel Luft in die Masse, der Saft oxidiert dadurch schneller und verliert an Geschmack. Trinke ihn möglichst direkt. Kalt gepresster Saft aus einem Slow Juicer hält dagegen rund drei Tage im Kühlschrank.
Muss ich Sellerie vor dem Entsaften schälen?
Nein, Staudensellerie wird nicht geschält. Du wäschst die Stangen gründlich, schneidest das Wurzelende ab und verarbeitest den Rest samt Schale. Nur sehr grobe Außenfäden kannst du abziehen, wenn dich die Fasern stören.
Quellen
- Eigene Vergleiche zwischen Standmixer mit Passiertuch und den Slow Juicern H310A und H70-ST
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang II: Sellerie als kennzeichnungspflichtiges Allergen
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