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Sellerie ist die Zutat, an der sich beim Entsaften die Geister scheiden. Er ist faserig, er gibt seinen Saft nicht freiwillig her, und wenn du ihn falsch vorbereitest, verstopft er dir das Sieb. Mit der richtigen Sorte und ein paar Handgriffen ist er aber eine der ergiebigsten Zutaten überhaupt.
Hier zeige ich dir, welchen Sellerie du nimmst, wie viel Saft du aus einer Staude bekommst, wie du ihn Schritt für Schritt entsaftest und was du tust, wenn dir der pure Saft zu herb ist.

Das Wichtigste in Kürze
Auf einen Blick
- Richtige Sorte: Staudensellerie (auch Stangensellerie), nicht die Knolle
- Ausbeute: rund 500 Gramm Staude ergeben 250 bis 300 Milliliter Saft, also ein großes Glas
- Kalorien: Staudensellerie hat etwa 16 Kalorien pro 100 Gramm, ein Glas purer Selleriesaft liegt bei rund 55
- Wichtig für Allergiker: Sellerie gehört zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen
- Gerät: Slow Juicer klar im Vorteil, Zentrifugen tun sich mit den Fasern schwer
Stauden-, Stangen- oder Knollensellerie: welcher eignet sich?
Staudensellerie und Stangensellerie sind dasselbe, nur zwei Namen für die grünen Stangen mit den Blättern obendrauf. Das ist die Sorte, die du zum Entsaften brauchst. Sie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und gibt entsprechend viel Saft.
Knollensellerie ist die dicke, hellbraune Knolle. Sie ist deutlich fester und stärkehaltiger, der Saft schmeckt erdig bis muffig und die Ausbeute ist gering. Sie eignet sich hervorragend für Suppe oder Püree, im Entsafter macht sie wenig Freude. Wenn ein Rezept einfach nur „Selleriesaft“ sagt, ist praktisch immer Staudensellerie gemeint.

Zutaten und Menge für ein Glas Selleriesaft
- 1 Staude Staudensellerie (rund 500 g) für ein großes Glas von etwa 250 bis 300 ml
- optional 1 halber grüner Apfel für etwas Süße
- optional 1 halbe Limette oder Zitrone, sie nimmt die erdige Note
- optional ein Stück Gurke, das macht den Saft milder und ergiebiger
Als Faustregel: Eine Staude ergibt ein Glas. Wenn du für drei Tage vorpresst, rechne mit drei Stauden. Das klingt viel, ist aber schnell zusammengeschnitten.
Sellerie entsaften: Schritt für Schritt
- Waschen. Zwischen den Stangen sammelt sich Erde. Die Staude am Wurzelende abschneiden, die Stangen einzeln unter fließendem Wasser abspülen.
- Schneiden. Die Stangen in Stücke von rund fünf Zentimetern schneiden. Kurze Stücke sind wichtig, lange Fasern wickeln sich sonst um die Pressschnecke.
- Abwechselnd einfüllen. Immer ein paar Stücke Sellerie, dann ein Stück Apfel oder Gurke. Die harten Zutaten schieben die Fasern durch und halten das Sieb frei.
- Langsam nachschieben. Nicht stopfen. Der Slow Juicer zieht von selbst ein, Druck bringt nur mehr Trester.
- Aufrühren und trinken. Der Saft setzt sich schnell ab, deshalb vor dem Einschenken einmal umrühren.
- Sofort reinigen. Selleriefasern trocknen schnell an und sind dann zäh. Einen halben Liter Wasser durchlaufen lassen, dann spülen.
Das fertige Rezept mit genauen Mengen findest du unter Selleriesaft pur entsaften.
Sellerie mit Blättern entsaften: sinnvoll oder bitter?
Die Blätter kannst du mitentsaften, sie enthalten viel Aroma. Sie schmecken allerdings deutlich kräftiger und leicht bitter. Mein Kompromiss: etwa ein Drittel der Blätter mit hinein, den Rest trockne ich und nutze ihn als Selleriesalz oder in der Gemüsebrühe. Wenn du zum ersten Mal Selleriesaft machst, lass die Blätter erst einmal weg.
Sellerie ohne Entsafter: geht das?
Ja, mit einem Standmixer und einem Passiertuch. Die Stücke mit einem kleinen Schluck Wasser fein mixen, die Masse dann durch ein sauberes Geschirrtuch oder einen Nussmilchbeutel in eine Schüssel drücken. Das dauert länger, macht mehr Spüle und die Ausbeute ist geringer, funktioniert aber. Ohne Tuch wird es kein Saft, sondern ein sehr faseriger Smoothie.
Was steckt in Selleriesaft?
Staudensellerie besteht zum größten Teil aus Wasser und hat rund 16 Kalorien pro 100 Gramm. Er liefert Kalium und etwas Natrium, dazu Vitamin K und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein Glas puren Selleriesaft von 250 Millilitern kommt auf etwa 55 Kalorien, damit gehört er zu den kalorienärmsten Säften überhaupt.
Was ich nicht behaupten werde: dass Selleriesaft entgiftet, entzündungshemmend wirkt oder beim Abnehmen hilft. Dafür gibt es keine belastbaren Belege, so gerne das in sozialen Netzwerken geteilt wird. Er ist ein kalorienarmes, wasserreiches Getränk mit ein paar Nährstoffen, und das ist völlig ausreichend als Grund, ihn zu trinken.
Geschmack verfeinern: Apfel, Limette, Gurke und Minze
- Halber grüner Apfel: die einfachste Brücke, wenn dir pur zu herb ist. Kostet rund 25 Kalorien.
- Limette oder Zitrone: nimmt die erdige Note und macht den Saft frisch. Meine erste Wahl.
- Gurke: macht milder und ergiebiger, ohne nennenswert Kalorien hinzuzufügen.
- Frische Minze: ein paar Blätter mit den Stangen einfüllen, so entsteht der Gurken-Minze-Limette-Saft.
- Ingwer: ein daumengroßes Stück bringt Schärfe, passt gut zu Sellerie und Apfel.
Selleriesaft auf nüchternen Magen: was ist dran?
Der Trend, morgens 500 Milliliter puren Selleriesaft auf leeren Magen zu trinken, kursiert seit Jahren. Die versprochenen Wirkungen von Entgiftung bis Hautbild sind wissenschaftlich nicht belegt. Schaden wird es den meisten Menschen nicht, ein halber Liter Gemüsesaft ist erst einmal harmlos. Wenn du einen empfindlichen Magen hast, kann pures Gemüse auf nüchternen Magen aber unangenehm sein.
Mein pragmatischer Zugang: Ich trinke Selleriesaft, weil er wenige Kalorien hat und mir schmeckt, nicht weil ich mir davon etwas verspreche. Und ich trinke ihn zum Frühstück, nicht anstelle davon.
Saison und Einkauf: frischen Sellerie erkennen
Staudensellerie hat in Deutschland von Juli bis Oktober Saison, im Handel ist er ganzjährig verfügbar. Frische erkennst du an drei Dingen: Die Stangen brechen mit einem hörbaren Knack, sie fühlen sich fest an und nicht gummiartig, und die Blätter sind kräftig grün statt gelblich. Aufbewahrt wird die Staude im Gemüsefach, am besten in ein feuchtes Tuch gewickelt, so hält sie gut eine Woche.
Mein Gerät für Sellerie
Sellerie ist der Grund, warum ich vom kleinen Gerät auf den Hurom H70-ST umgestiegen bin. Mein H310A kommt bei sehr faserigem Gemüse an seine Grenzen, der H70-ST presst die Stangen ohne Murren durch. Wichtig ist bei beiden dasselbe: kurz schneiden und abwechselnd mit einer harten Zutat einfüllen.
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Häufige Fragen
Wie mache ich am besten Selleriesaft?
Nimm Staudensellerie, wasche die Stangen einzeln und schneide sie in etwa fünf Zentimeter lange Stücke. Fülle sie abwechselnd mit einer harten Zutat wie Apfel in den Entsafter, damit die Fasern das Sieb nicht zusetzen. Aus einer Staude von rund 500 Gramm bekommst du ein großes Glas. Ein Spritzer Limette am Ende nimmt die erdige Note.
Kann man Knollensellerie entsaften?
Technisch ja, sinnvoll eher nicht. Knollensellerie ist fest und stärkehaltig, die Ausbeute ist gering und der Saft schmeckt erdig. Zum Entsaften ist Staudensellerie die richtige Wahl, die Knolle ist besser in Suppe, Püree oder Salat aufgehoben.
Wie viel Saft ergibt eine Staude Sellerie?
Aus einer Staude von etwa 500 Gramm bekommst du mit einem Slow Juicer rund 250 bis 300 Milliliter Saft, also ein großes Glas. Mit einem Zentrifugalentsafter liegt die Ausbeute spürbar darunter, weil die Fasern schlechter ausgepresst werden.
Ist Selleriesaft in der Schwangerschaft oder bei Sodbrennen geeignet?
Sellerie ist ein normales Gemüse und in üblichen Mengen unproblematisch. Er gehört allerdings zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptallergenen, Allergiker sollten also vorsichtig sein. Bei Schwangerschaft, Sodbrennen oder Magenbeschwerden besprich größere Mengen puren Gemüsesaft besser mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ich kann und möchte hier keine medizinische Empfehlung geben.
Quellen
- Nährwerte für Staudensellerie und die Kalorienangaben der Rezepte, gerechnet über die Einzelzutaten
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang II: Sellerie als kennzeichnungspflichtiges Allergen
- Eigene Erfahrung mit den Slow Juicern Hurom H310A und H70-ST
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